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7. August 2026

NIL-Geld: Was College-Athleten wirklich verdienen — und was für dich als Deutscher gilt

NIL-Geld: Was College-Athleten wirklich verdienen — und was für dich als Deutscher gilt

Vor wenigen Jahren klang es unmöglich, dass ein College-Athlet sechsstellig verdient, während er noch studiert. Heute ist es Realität. Seit 2021 dürfen US-Hochschulsportler Geld mit ihrem Namen, ihrem Bild und ihrer Bekanntheit verdienen — NIL, kurz für Name, Image and Likeness.

Aber wenn du mit einem deutschen Pass in die USA gehst, gelten für dich andere Regeln. Und die kommen in kaum einem Ratgeber vor. Deshalb steht der wichtigste Abschnitt dieses Artikels weiter unten, nicht am Ende.

Was ist NIL?

Seit 2021 dürfen College-Athleten Geld verdienen durch:

Werbeverträge mit Marken
Autogramme und Merchandise
Bezahlte Beiträge in sozialen Medien
Camps, Auftritte und Veranstaltungen
Partnerschaften mit lokalen Unternehmen am Hochschulort

Vor NIL erwirtschafteten Athleten enorme Summen für ihre Hochschulen und die NCAA, durften selbst aber keinen Dollar davon nehmen. Das hat sich vollständig geändert.

Wie viel verdienen Athleten tatsächlich?

Die Spanne ist gewaltig — von einigen hundert Dollar für eine lokale Aktion bis zu Portfolios im Millionenbereich.

Livvy Dunne (Turnen, LSU) baute eine große Reichweite in sozialen Medien auf und verdiente Berichten zufolge über drei Millionen Dollar, unter anderem mit American Eagle und Vuori — fast ausschließlich über ihre Reichweite, nicht über sportliche Titel.

Arch Manning (Football, Texas) wurde trotz langer Zeit als Ersatzquarterback mit über sechs Millionen Dollar bewertet, getragen von Familienname und nationaler Aufmerksamkeit.

Bronny James (Basketball, USC) unterschrieb bei Nike und weiteren großen Marken, mit einer Bewertung im Millionenbereich, noch bevor er nennenswerte Einsatzzeit hatte.

Es sind nicht nur die Stars

Auch im Mittelfeld und darunter wird verdient:

Lokale Restaurants und Fitnessstudios zahlen 500 bis 5.000 Dollar für Beiträge oder Auftritte
Athleten mit regionaler Bekanntheit kommen auf 10.000 bis 50.000 Dollar im Jahr
Autogrammstunden und Merchandise bringen auch außerhalb von Football und Basketball ein stetiges Nebeneinkommen

Warum manche Verträge so viel größer sind

Die Höhe hängt an mehreren Faktoren: Reichweite in sozialen Medien, wobei die Interaktion mehr zählt als die reine Followerzahl. Sportart und Position — Football und Basketball ziehen die größten Budgets. Marktgröße. Persönlichkeit und Erzählung. Und der Erfolg des Teams.

Und jetzt der Teil, der für dich anders ist

Wenn du mit einem F-1-Studentenvisum in den USA studierst — und das tun praktisch alle deutschen College-Athleten — dann gilt für dich fast nichts von dem oben Beschriebenen.

Das F-1-Visum erlaubt keine reguläre Erwerbstätigkeit. Und Werbeverträge, bezahlte Beiträge und Auftritte werden von Einwanderungsanwälten überwiegend als genau das eingestuft: als Arbeit. Wer sie ausübt, während er sich in den USA aufhält, riskiert den Status.

Was auf dem Spiel steht, ist nicht eine Geldstrafe. Ein Verstoß kann zur Aufhebung des Visums führen, mit dreißig Tagen Ausreisefrist. Damit endet auch das Studium und die sportliche Laufbahn an dieser Hochschule.

Die Rechtslage ist ausdrücklich ungeklärt. Das Einwanderungsrecht sagt nirgends klar, ob NIL-Einnahmen als Beschäftigung gelten — es gibt keine verbindliche Bundesregelung dazu. Diese Grauzone ist kein Freibrief, sondern ein Risiko: Im Zweifel entscheidet die Behörde, nicht dein Trainer und nicht das NIL-Kollektiv deiner Hochschule.

Eine enge Ausnahme gibt es: passive Einkünfte. Lizenzgebühren aus der Verwertung von Rechten — etwa aus Sammellizenzen für Merchandise oder Videospiele — gelten in der Regel nicht als Arbeit, weil du dafür nichts tust. Das ist der einzige Bereich, der als vergleichsweise unproblematisch gilt.

Manche Athleten schließen Verträge ab, während sie sich außerhalb der USA aufhalten, etwa in den Semesterferien zu Hause. Auch das ist eine Gestaltung mit Fragezeichen und nichts, was man ohne anwaltlichen Rat machen sollte.

Was du praktisch tun solltest: Sprich mit dem International Student Office deiner Hochschule, bevor du irgendetwas unterschreibst — nicht mit dem Trainer und nicht mit dem NIL-Kollektiv. Das Büro haftet für deinen Status und kennt die Regeln. Und hol dir bei allem, was über eine Sammellizenz hinausgeht, eine anwaltliche Einschätzung.

Das größere Bild

NIL hat den US-Hochschulsport verändert, und für amerikanische Athleten sind die Möglichkeiten real. Für internationale Athleten ist es vor allem eines: ein Feld, auf dem man sich nicht ohne Beratung bewegt.

Setz deine Erwartung entsprechend. Der Grund, in die USA zu gehen, ist das Stipendium, die Ausbildung und das Spielniveau — nicht das NIL-Einkommen. Wer mit der Erwartung hingeht, sich das Studium über Werbeverträge zu finanzieren, plant auf einer Grundlage, die für ihn so nicht gilt.

Dieser Artikel ist keine Rechtsberatung. Die Visumslage ändert sich, und für deinen Einzelfall zählt, was dein International Student Office und gegebenenfalls ein Einwanderungsanwalt sagen.

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